Tipps für den Umgang mit der Hörhilfe


So gewöhnen sich Schwerhörige ans Hörgerät.

Die meisten Schwerhörigen empfinden Hörgeräte vom ersten Augenblick an als angenehm: Sie hören viel besser und Geräusche klingen kaum anders als vorher. Es gibt nicht das Problem wie beim Cochlear Implant, welches z.B. gehörlose Patienten tragen müssen, dass sich die Geräusche metallen anhören. Hörgeräte-Träger brauchen also meistens kein Hörtraining.

Einem Schwerhörigen fällt es schwerer, Konsonanten zu differenzieren. So können die Patienten z.B. häufig – ähnlich wie es auch Hörgesunden oft am Telefon passiert – ein k und ein t oder auch ein f und s nicht auf Anhieb voneinander unterscheiden, sagt Bianca Henritzi von der Schule für Logopädie in Siegen. Die hohen Frequenzbereiche der Konsonanten werden nämlich durch Hörgeräte nicht vollständig übertragen.

Auf angenehme Gesprächssituationen achten

Hinzu kommt, dass die Geräusche so manchen Hörgeräte-Träger relativ ungefiltert erreichen: Unterhält er sich, dringen die Umgebungsgeräusche in gleicher Intensität auf ihn ein, wie das Gesprochene. Bei Hörgesunden dagegen, die kein Gerät tragen, blendet das Gehirn die unwichtigen Reize aus. Hörgeräte können normales Hören nie vollständig ersetzen. Moderne Geräte können jedoch dank spezieller Signalverarbeitung Umgebungsgeräusche deutlich reduzieren und Sprache hervorheben. Sie ermöglichen es, auch in schwierigen Hörsituationen – wie auf Festen oder in Restaurants – Gespräche problemlos zu verfolgen. Schwerhörige, die ein Gerät mit Störgeräuschreduzierung und Sprachanhebung tragen, hören in lauter Umgebung Sprache so gut wie 25-jährige Studenten. Dies belegen US-amerikanische Studien an den Universitäten von Iowa und Pittsburgh.

Wer herkömmliche Hörgeräte trägt, muss dagegen mehr Kapazität darauf verwenden, das Gesprochene zu verstehen. Henritzi empfiehlt grundsätzlich:

  • Den Gesprächspartner immer anschauen, dann kann man viele Wörter auch unterstützend von den Lippen ablesen. Auch die Mimik und Gestik des Gesprächspartners gibt uns Hinweise über das Gesagte, z.B. in welcher Stimmung der Gegenüber gerade ist.
  • Die Umgebungsgeräusche klein halten, d.h. Radio und Geschirrspüler abschalten, Fenster schließen und Restaurants, Cafés und Bars mit niedrigem Lärmpegel den Vorzug zu geben.

Auch Freunde, Familie und Kollegen können darauf achten, dass sie sich dem Hörgeräte-Träger im Gespräch – ebenso wie bei Zurufen oder kurzen, knappen Absprachen – immer zuwenden und ihm niemals den Rücken kehren.

Wenn Schwerhörige zu lange mit der Anschaffung von Hörgeräten warten, können sich Artikulationsstörungen und Störungen der Sprechmelodie entwickeln: Da sie ihre eigene Sprache über das Hören nicht mehr richtig kontrollieren können, wird die Sprache zum Teil verwaschen und monoton. „Hinzu kommt, dass sie oft mit lauter Stimme sprechen und dadurch eine angestrengte, gepresste und oft heisere Stimme entwickeln.“

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